Manifest
für den Film als Werk
Dramaturgie ist auf Darstellung angelegt.
Sie ordnet ein Geschehen,
entwickelt Figuren
und folgt linearen, kausalen und psychologischen Mustern.
So entsteht ein Bild von Wirklichkeit.
Das ist ihr Prinzip.
Und zugleich ihre Grenze.
Denn was auf diese Weise entsteht,
bleibt an das gebunden, was es zeigt.
Das ist eine Art, einen Film zu machen.
Ein Werk entsteht auf diese Weise nicht.
Ein Werk entsteht nicht aus der Nachbildung von Wirklichkeit.
Sondern aus der Ausbildung einer eigenen Ordnung.
Nicht das, was geschieht, ist entscheidend.
Sondern der Zusammenhang, in dem es steht.
Nicht die Entwicklung von Figuren.
Sondern die Entfaltung von Bedeutung.
Daraus folgt eine andere Arbeit.
Eine Arbeit, die sich nicht an dramaturgischen Regeln orientiert.
Sondern an der Frage, wie ein Film seine ihm gemäße Gestalt gewinnt.
Wer Filme als Werke hervorbringen will,
muss sich von der Dramaturgie lösen.
Und anders arbeiten.