Filmpolitik

FILMGEIST bezieht bei Gelegenheit filmpolitisch Stellung, um dem Wohl des Films Gehör zu verschaffen.


Oktober 2015

Stellungnahme zur staatlichen deutschen Filmförderung anlässlich der anstehenden Novellierung des Filmförderungsgesetzes

FILMGEIST ist eine private Einrichtung zur Förderung hochwertiger Cineastik.

FILMGEIST ist zugleich die einzige Lobbygruppe innerhalb der Filmbranche, die keine ökonomischen Interessen vertritt und auch nicht die Interessen von Berufsgruppen. FILMGEIST ist allein dem Film verpflichtet. Als dessen Anwalt fordert FILMGEIST, dass Filmen Gerechtigkeit widerfährt, welche darin besteht, dass Filme unabhängig von egoistischen Interessen Einzelner oder Gruppen das werden dürfen, was sie sein möchten.

Filmförderung hat den Film zu fördern und nicht die Filmindustrie. Eine sich „Filmförderung“ nennende Förderung, welche tatsächlich gar keine Förderung des Films ist, sondern eine Förderung von Standorten, Berufsgruppen oder einer Industrie oder Teilen derselben, ist ein Etikettenschwindel.

Eine „Filmförderung“, die nicht den Film fördert, sondern Standorte, Berufsgruppen, eine Industrie oder Teile davon, ist keine Filmförderung, sondern eine Filmwirtschafts- oder eine Standortförderung.

Eine „Filmförderung“, die nicht Film fördert, fördert nicht nur nicht Film, sie verhindert sogar die Förderung des Films, indem sie die Interessen des Films den Interessen von Berufsgruppen, einer Industrie oder Standorten ausliefert.

Die Interessen der Filmindustrie, der betreffenden Berufsgruppen oder der Standorte sind nicht die selben wie die Interessen des Films. Sie sind vielmehr weitgehend konträr.

Es ist die Aufgabe einer Filmförderung, die Interessen des Films zu schützen und zu fördern.

Die Trennlinie zwischen Filmen verläuft nicht zwischen kommerziell und kulturell, sie verläuft nicht zwischen Mainstream und sogenanntem „Arthouse“. Die Trennlinie zwischen Filmen verläuft zwischen hochwertig erzählten Filmen und trivial erzählten Filmen.

Das Problem des deutschen Films liegt in der Trivialität seines Erzählens. Eine Förderung des deutschen Films muss darum ihren Schwerpunkt in einer Veränderung dieser Situation haben. Der deutsche Film muss erzählfähig gemacht werden.

Die im Filmförderungsgesetz als Ziel formulierte und vom Bundesverfassungsgericht als unabdingbare Voraussetzung der Legitimität von staatlicher Filmförderung genannte Erhöhung der Qualität des deutschen Films, kann allein erfolgen über die Verbesserung der Qualität des Erzählens.

FILMGEIST fordert deshalb zum Wohl des Films und zum Wohl der Gesellschaft, dass Filmförderung keinen anderen Zwecken dienen soll, als allein den Interessen des Films.

Förderungswürdig sollen somit nur Filme sein, die für sich selber einen expliziten Anspruch auf erzählerische Qualität artikulieren und die betreffende Qualität auch nachweisen.

FILMGEIST fordert weiter, dass bei den Entscheidungsträgern der Filmförderung Kompetenz einzieht in Bezug auf filmische Erzählkunst. Für den – nicht unwahrscheinlichen – Fall, dass solche Kompetenz im Land nicht – oder nicht in ausreichendem Maß – gefunden werden kann, muss eine erste Filmfördermaßnahme zwingend darin bestehen, sie zu entwickeln.

FILMGEIST – Zentrum zur Förderung des Geistigen im Film
Oktober 2015