Splitter aus WOPs
Poetologischem Tagebuch


»Vermeide alle Künstlichkeit und Extravaganz, alles, was geeignet ist, die Aufmerksamkeit auf dich zu lenken. Nichts bringt die Menschen einander so nahe wie Einfachheit
– Lew Tolstoi


Die Muse kommt, wann sie will, und sie küsst, wie sie will. Alles was wir selber tun können ist, uns in freudiger Erwartung zu halten und geschehen lassen, was geschieht.


Maßstab des Kunstwerks ist die Tiefe des Lebens, aus dem es entspringt.“
– James Joyce


Allzu viele Filme kümmern sich gar nicht um das Publikum, so sehr sind sie mit sich selbst beschäftigt.


Kinos hiessen früher mal Filmkunsttheater. Heute heissen sie Multiplex. Klingt wie ein Alleskleber.


Es gibt viele gute Filme; man mus sie nur machen.
– Kalle Becker


„Da gibt es kein Messen mit der Zeit, da gilt kein Jahr, und zehn Jahre sind nichts, Künstler sein heißt: nicht rechnen und zählen; reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht ohne die Angst, daß dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch. Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos still und weit. Ich lerne es täglich, lerne es unter Schmerzen, denen ich dankbar bin: Geduld ist alles!
– Rainer Maria Rilke, Viareggio bei Pisa (Italien), am 23. April 1903


Der Poetologe ist ein begeisterter Anhänger des guten Erzählens und ein ebenso bitterer Gegner des schlechten.


Weltkino ist ein Genre. Es ist das Genre des „großen“ Films. Es ist dasjenige Genre, das alle „großen“ Filme aller anderen Genres in sich vereinigt.


So wenig, wie die Poesie Wissenschaft sein will, so wenig ist die Wissenschaft Poesie.


Das künstlerische Denken macht Dinge möglich, die anders nicht möglich wären. Zum Beispiel Kunst.


„Wir haben alles, ausser Männer mit Geist.“
Sven Lehmann (27.10.1965 – 03.04.2013)