Was ist Poetologie? Ein Kick-Off und Infoabend.

Was ist Poetologie

Wir freuen uns  Sie alle zu unserem öffentlichen FILMGEIST-Empfang  „Was ist Poetologie“ zum

Drehbuch Seminar Deutschland schreibt seinen Kindern einen Film

am 7.10.2017 um 20:00 im Oval des Berliner Babylon-Kinos einzuladen.

 

Wolf Otto Pfeiffer hält einen Kurzvortrag zum Thema „Was ist Poetologie?“ und beantwortet

zudem alle Fragen Deutschland schreibt seinen Kindern einen Film betreffend.

 

Eine gute Möglichkeit, einander etwas näher kennen zu lernen.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Um Voranmeldung wird wegen begrenzter Bestuhlung gebeten.

 

 

Wolf Otto Pfeiffer 1953 geboren, habe ich mich ein Leben lang mit Fragen des guten Erzählens im Film beschäftigt. Seit 1978 betreibe ich das Filmemachen als Beruf. Ich war als Autor, Regisseur und/oder Produzent an mehr als 80 Filmen und Theaterproduktionen beteiligt. Meine Produktionen haben zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter zwei Nominierungen für den Europäischen Filmpreis und zwei Nominierungen für den OSCAR.   Von 1992 bis 1999 habe ich in Simbabwe beim Aufbau einer nationalen Filmindustrie mitgewirkt und war im Auftrag der UNESCO an der Entwicklung von Filmausbildungsprogrammen beteiligt.   In diesem Zusammenhang habe ich zahlreiche junge afrikanische FilmemacherInnen ins Drehbuchschreiben eingeführt. Neben meiner eigenen Erfahrung als Filmemacher baute ich auf die vorhandene Literatur zum Drehbuchschreiben. Doch bald traten Fragen auf in Bezug auf die Richtigkeit der in diesen Publikationen präsentierten Vorstellungen. Aus den Fragen wurden Zweifel und mit der Zeit Gewissheit, dass es sich mit dem guten Erzählen völlig anders verhält, als es von der existierenden Filmdramaturgie dargestellt wird. In der Folge habe ich begonnen, eigene Wege zu beschreiten. Im Lauf der Jahre entstand so eine eigenständige filmische Erzähltheorie, die sich von den etablierten Vorstellungen über Film und Drehbuchschreiben grundlegend unterscheidet.   Nach meiner Rückkehr nach Deutschland gründete ich in Berlin eine Drehbuchschule, in der ich mehrere hundert Autoren, Regisseure, Produzenten und andere Filmschaffende in das Wesen des filmischen Erzählens eingeführt habe.

Seit kurzem widme ich mich wieder der Herstellung eigener Filme. Daneben berate ich Produktionsfirmen und Filmemacher in Fragen des hochwertigen Erzählens, entwickle mit meinem Autorenpool Geschichten und gebe meine über Jahrzehnte gewachsenen Kenntnisse und Erfahrungen in Seminaren an Teilnehmer weiter, die ihre eigenen poetischen Fähigkeiten entdecken und erweitern wollen. Ich betrachte meine Tätigkeit nicht als Dramaturgie, sondern verstehe sie in bewusster Abgrenzung zur Dramaturgie als Poetologie. Dramaturgie beschäftigt sich mit der Erscheinungsweise von Film. Ich gehe jedoch davon aus, dass das Entscheidende bei einem Film nicht das ist, was man sieht, sondern das, was man nicht sieht. Was man nicht sieht, sind die geistige Substanz eines Films sowie die geistige Tätigkeit des Zuschauers, welche das eigentliche Filmerleben ausmacht. Die Beschäftigung mit der Frage, wie diese geistige Substanz von Filmen zustande kommt und wie sie durch erzählerische Mittel wirksam wird, war der Inhalt meines Lebens, die Grundlage meiner Filme und ist Gegenstand meiner Seminare.